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MTV

Jonas Nagel

Voraussetzungen zur Entstehung des Senders

Die ausgehenden 70er Jahre boten optimale Bedingungen für die Gründung eines Musikvideosenders: Es gab Revolutionierungen in der Musikproduktion (z.B. Sampling) sowie in der Medientechnologie (Aufkommen des Kabel- und Satellitenfernsehens, welches Spartenkanälen wie MTV Platz bot). Desweiteren befand sich die amerikanische Plattenindustrie damals in einer Krise. Die Plattenfirmen suchten fieberhaft nach neuen, effektiven Produktwerbeformen. Das Musikvideo schien dafür sehr geeignet.

Entwicklung des Senders

Im Jahre 1980 entwickelte Robert Pittman für eine Tochterfirma des Warner-Amex-Konzerns ein ,,Video-Musik-Projekt``: In einem Spartensender sollten rund um die Uhr Musikvideos laufen.

Man versprach sich niedrige Programmkosten, da die Plattenfirmen die Videos (zunächst) kostenlos stellten, sowie hohe Werbeeinnahmen, da die unüberschaubare Zielgruppe der Jugendlichen den Werbekunden ohne große Streuverluste zugeführt werden konnte. Nach intensiven Verhandlungen mit der Platten- und Werbeindustrie ging MTV am 1.8.1981 auf Sendung, und zwar mit dem symbolträchtigen Titel Video killed the radio star von den Buggles. Von Anfang an baute MTV sich das Image eines ,,fernsehfeindlichen`` Senders der Jugend auf, indem beispielsweise die Studios bewusst schlampig ausgestattet wurden. Trotz allem wurde MTV anfangs misstrauisch als amerikanisches Experiment ohne Zukunft beäugt und schrieb in den ersten drei Jahren rote Zahlen.

Zwischen `83 und `85 erlebte MTV seine Blütezeit: Die Konkurrenz wurde systematisch mit wettbewerbsfeindlichen Mitteln ausgeschaltet, dadurch die eigene Marktposition gestärkt. Werbeeinnahmen stiegen, die Reichweite des Senders wurde größer, MTV populärer, Videos wichtiger. Die Lables investierten mehr und mehr in diesen immer wichtiger werdenden Zweig der populären Musik.

Ende `85 erlebte der Sender einen Einbruch: Die Zuschauerzahlen sanken um ca. die Hälfte. Dies führte zu Einbußen bei den Werbeeinnahmen sowie zu einem partiellen Rückzug der Plattenindustrie aus dem Musikvideogeschäft. Die Produktionskosten waren inzwischen so hoch geworden, dass sich die Videos nicht mehr rentierten. MTV versuchte also unter dem neuen Programmchef Tom Freston, die Gunst der Konsumenten und Werbekunden zurück zu erlangen. Die Programmstruktur näherte sich immer mehr derjenigen des konventionellen Broadcast TV an, mit diskreten Sendungen zu festgelegten Zeiten. Alternative Musikrichtungen wie Rap wurden gepusht, dadurch gleichzeitig das Image des Trendsetters gestärkt sowie das des ,,weißen`` Senders abzulegen versucht. MTV ernannte sich selbst zum Sprachrohr der Generation X und hatte Erfolg mit diesem Konzept. Der Sender erholte sich langsam von seiner Krise. Ende der 80er stieß er auch auf andere Erdteile vor. MTV-Europe, MTV-Asia, MTV-Japan und weitere Ableger entstanden in dieser Zeit.

MTV ist heute unbestritten weltweit die Nummer 1 unter den Musiksendern. Es erreicht ein Viertel aller Haushalte der Welt. Der Einfluss MTV's ist beständig gewachsen, sei es als Zensor der Musikvideos, als Förderer und Zerstörer von Karrieren oder einfach nur als Trademark, unter der sich Artikel aller Art sehr gut verkaufen.


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