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Das Musikvideo - Entwicklung und Aufgabe

Karin Wagner

Wo liegen die Ursprünge des Musikvideos?

Häufig genannt werden die Beatles-Filme von Richard Lester, Pink Floyd in Pompeji und verschiedene Musicals wie Hair und West Side Story. Auch sogenannte Scopitone, Musikboxen, die in den 60er Jahren in Frankreich aufkamen und den Sänger gleichzeitig mit einem kleinen Film zeigten, werden als Vorläufer angesehen. Ferner kann man wohl noch auf die Filme von Oskar Fischinger aus den 20er und 30er Jahren verweisen und schließlich gab es bereits 1913 etwa 1500 Tonbandfilme oder sogenannte inszenierte Lieder. Wenn man jedoch vorsichtig ist, wird man erst Bohemian Rhapsodie der Gruppe Queen aus dem Jahre 1975 als erstes Musikvideo im eigentlichen Sinn bezeichnen.

Welche Aufgaben hatte das Musikvideo zu seiner Enstehungszeit und welche Aufgaben hat es heute?

Das Musikvideo führte zunächst die Musikindustrie aus der Krise, in der sie Anfang der 80er Jahre steckte. Die Musikvideos bewirkten eine Expansion der musikalischen Produkte und erhöhten die Zirkulationsgeschwindigkeit auf dem Markt.

Die Wirkung in den Köpfen war durch das visuelle Element umfassender, das Werbeeinzugsgebiet wurde dank der Bildschirmpräsenz erweitert und die Videopromotion war schnell und effizient. Dies führte zu einer höheren Rückflussgeschwindigkeit der Investitionsgelder und zur Schnelllebigkeit von Namen, Stilen und Moden.

All das ist sehr profitträchtig und dementsprechend ist die Hauptaufgabe eines Musikvideos damals wie heute wohl vor allem die Umsatzsteigerung. Es ist ein ,,Werbefilm``. Heutzutage dient das Musikvideo häufig auch dazu, Konkurrenz auszuschalten. Die Produktionskosten liegen nämlich meistens so hoch, dass sie nur von großen Konzernen aufgebracht werden können.

Trotzdem beinhaltet das Musikvideo eine Vielzahl zusätzlicher Aufgaben. Es kann Beleg für die musikalische Kompetenz des Interpreten sein, die Glaubwürdigkeit der Textaussage erhöhen, aber auch den Künstler heroisieren und idealisieren. Daneben steht hinter vielen Musikvideos auch die Intention, ein Gesamtkunstwerk zu schaffen; Assoziations- und Imaginationsmöglichkeit werden geboten.

Am Beispiel des Musikvideos

Liberian Girl von Michael Jackson stellen wir Vermutungen über den Zusammenhang zwischen Setting und Musikvideo her. Ebenfalls von Michael Jackson stammt das Video Thriller , in dem sehr gut sichtbar wird, dass ein Clip aus verschiedenen Ebenen bestehen kann. Aufgrund dieser Vielschichtigkeit ist es schwer, ein Musikvideo einer bestimmten Kategorie zuzuordnen. In weiteren Referaten werden zwei Versuche zur Einordnung von Videoclips vorgestellt. Dabei handelt es sich um die beiden Klassifizierungsmodelle von Holger Springsklee bzw. Michael Altrogge, die uns zunächst als Anhaltspunkte bei der Untersuchung von Videoclips dienen sollen. Sowohl Springsklee als auch Altrogge unterscheiden verschiedene Arten von Musikvideos, wobei ein Clip in der Regel eine Mischform aus mehreren verschiedenen Kategorien darstellt.


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