next up previous
Next: Über dieses Dokument ... Up: Dokumentation Previous: Konzeption zu Kieslowski/Piesiewicz: ,,Dekalog``,

Der Kondor

Carina Alterdinger

Der Kondor
Pablo Neruda
Ich bin der Kondor, fliege
über dir, die zu Fuß geht,
und jäh, in einem Kreiseln
von Wind, Gefieder, Krallen,
stürz ich auf dich und hebe
dich hoch in schrillem Wirbel
sturmentfesselten Frosts. Hinauf zu meinem Schneeturm,
zu meinem schwarzen Schlupfloch
bringe ich dich, und einsam
wohnst du, dir wachsen Federn,
du fliegst über der Erde,
regungslos, in der Höhe. Kondorweibchen, wir wollen
uns stürzen auf die rote
Beute, reißen das Leben,
das mit Herzpochen herkommt,
und uns aufschwingen, beide,
zu unsrem wilden Fluge.

Gestaltungsmittel

Das Gedicht ist in ruhige und schnelle Teile aufgeteilt. Pablo Neruda verwendet viele Enjambements und schreibt in einer sehr bildhaften Sprache. Es fallen auch viele interessante Wortkombinationen, wie z.B. schriller Wirbel, das Leben reißen,..., auf. In der Mitte des Gedichts kommt es zur Metamorphose.

Musikvideo - Vorschlag

Vogelperspektive auf eine Wüstenlandschaft bei der die Farben sehr warm, fast übertrieben sind. Von unten kommt ein Kondor ins Bild, ein wenig später wird ein Mädchen sichtbar. Der Kondor stürzt sich plötzlich auf das Mädchen und es erscheinen Blitzbilder von dem zerfleischten Mädchen. Der Kondor hebt jedoch das Mädchen hoch, wobei die Farben immer schwächer werden.

Die beiden kommen zu einem Schneeturm, und sie kauert sich nackt in der Höhle zusammen. Das Bild ist fast schwarz-weiß. Sie wirkt einsam, doch der Kondor legt seinen Flügel um sie, und ihr wachsen Flügel. Sie steigt auf und gleitet alleine in weiter Höhe über die karge, schneebedeckte Landschaft.

Der Kondor kommt hinzu, und sie fliegen zurück in die Wüste, wobei auch die Farben wieder stärker werden. Die beiden stürzen sich gemeinsam auf die Beute und zerfleischen sie. Die Farbe rot wird sehr dominant.

Beide erheben sich wieder und fliegen wie befreit zu zweit in den Horizont.

Musik

Sting: Fields of gold
Jamiroquai: Didjerama

Es folgte der praktische Teil, in dem wir in drei Gruppen eigene Musikvideos produzierten. Von der Auswahl der Songs über die Konzeption und den Dreh bis zur Postproduktion wurde das vorher theoretisch erarbeitete Wissen praktisch angewandt. Hierbei entstanden drei sehr unterschiedliche Ergebnisse:

Die erste Gruppe produzierte einen Clip zu dem Lied Song 2 von der Band blur. Es handelt sich um ein semi - narratives Video. Die Story wird durch kurze Sequenzen, die die Musiker (Schlagzeuger und Gitarristen) bei der Performance (u.a. auf einem kaputten Auto) zeigen, unterbrochen.

Der Protagonist verlässt eine wilde Party, unterwegs trifft er seine Freunde, mit denen er durch die Straßen zieht. Am Ende bricht er in einen Supermark ein. Dort wird eine kleine Party veranstaltet und am nächsten Morgen werden sie vom Filialleiter hinausgeschmissen.

Das Video beginnt mit einem Intro ohne Musik, in dem für die Party aufgebaut wird. Während des Songs werden die Performance - Szenen und die beschriebene Story gezeigt, und als Endsequenz folgt die Marktleiter - Szene, ohne Musik, mit dem Orginalton des Filialleiters.

Bei der Postproduktion haben wir vor allem mit Zeitraffer- und ,,Ruckeleffekt`` (Herausnahme einzelner Frames) gearbeitet.

Die zweite Gruppe beschäftigte sich mit der Produktion eines Clips zu dem Lied Karmacoma von der Band Massive Attack. Hierbei entstand ein Artclip, in dem eine subjektive Kamera durch dunkle Gänge geführt wird. Zwischenzeitlich sind surreale Bilderfolgen zu sehen, wie zum Beispiel Steine, die sich wie von selbst aus einem See erheben, oder Uhren, deren Zeiger sich scheinbar völlig unkoordiniert bewegen. Diese Szenen sind blau eingefärbt, um sie noch stärker von der Realität abzusetzen.

Ebenso wie mit Farbkorrekturen wurde in der Postproduktion viel mit Zeitlupe, Zeitraffer und Umkehrung von Sequenzen gearbeitet. Sehr wichtig sind auch die Schnitte: Sie fallen in der Regel genau mit den betonten Zählzeiten des Taktes aufeinander.

Die dritte Gruppe setzte das Lied Actionist Respoke von Mouse on Mars in Bilder um. Hier entstand ein Artclip, der von sehr rasanten Bilderfolgen geprägt ist.

Die Bilder orientieren sich am Text, der auf einem philosophischen Hintergrund basiert. In ihm wird das ,,Ich`` als ein Subjekt betrachtet, welches sich nur auf Grund von anderen Faktoren definieren kann. Alles steht in Relation zueinander. Diese Tatsache erfordert eine Neudefinition des ,,Ichs``.

Die Gruppe setzte dieses in verschiedenen, schnell hintereinander geschnittenen Bildern um, die, im Takt der Musik, den Prozess der Neudefinition darstellt. Als Symbol für das Ich (im englischen ,,I``) wird ein Hühnerei gezeigt, welches in einer Pfanne verbrennt, genau wie eine Fahne mit der Aufschrift ,,I``.

Abschließend bleibt zu sagen: Das waren 2,5 tolle Wochen, bei denen wir jede Menge Neues gelernt aber mindestens genau so viel Spaß gehabt haben.

HEAVY ROTATION!


next up previous
Next: Über dieses Dokument ... Up: Dokumentation Previous: Konzeption zu Kieslowski/Piesiewicz: ,,Dekalog``,