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Mein Style - Dein Stil
Exkurs zur Struktur eines Fernsehbeitrages

Anja Blöcker

Referat: Wie plane ich einen Fernsehbeitrag?

Beispiel: Planung eines dreiminütigen Fernsehbeitrags für eine Magazinsendung für 14- bis 16-jährige zum Thema ,,Mein Style - Dein Stil`` (mit Interviews)

Die Planung eines Fernsehbeitrags beginnt stets mit der thematischen Recherche. Der Reporter muss sich also klar werden, worüber er einen Beitrag drehen will, welche Zielgruppe er dabei hat, welche Meinung er vertreten will, wie Erwartungen und Vorurteile sind... Die Recherche kann dabei auch noch während des Drehs weitergehen, denn wenn die Erwartungen nicht erfüllt werden oder sich neue Aspekte ergeben, muss man oftmals spontan Änderungen vornehmen und vor Ort improvisieren. Zur vorbereitenden Recherche gehört ebenfalls die Bildrecherche: entweder tut man dies bei einer Vorbesichtigung oder, bei aktuellen Beiträgen, direkt vor Ort. Genau wie der Beitrag mit einer verbalen Schlagzeile beginnt, muss man sich auch eine optische Schlagzeile suchen, die dann im Einstieg und Ausstieg auftaucht.

Bei der Planung des oben genannten Fernsehbeitrags muss sich der Reporter also von Anfang an klar darüber sein, was er dem Zuschauer vermitteln will. Ein guter Ansatz könnte es sein, vier ,,Prototypen`` von Jugendlichen zu interviewen, die jeweils eine bestimmte Stilrichtung repräsentieren. Das könnten sein

a)
der sportliche Jugendliche mit Adidasjacke und Nikeschuhen,
b)
der sogenannte Skater, der weite Hosen und Sweatshirts trägt,
c)
das Mädchen, das seine Garderobe bei H & M oder ähnlichen Geschäften einkauft,
d)
der etwas alternative Jugendliche, der Second-hand-Mode trägt und nicht der aktuellen Mode entspricht.
Allen diesen Jugendlichen würde man eine Anzahl von Fragen stellen, von denen hier einige genannt werden:

Wie wichtig ist Dir Dein Outfit / Dein Aussehen?
Wie viel Geld gibst Du dafür aus?
An wem oder was orientierst Du Dich bei der Auswahl Deiner Kleidung?
Bevorzugst Du bestimmte Marken, und wenn ja, welche?
Wer begleitet Dich beim Einkaufen?
Was für Musik hörst Du gerne?
Was sind Deine Hobbys?
Was würdest Du als Deinen Stil bezeichnen?
...

Davor sollte der Reporter für jeden der ,,Prototypen`` einen gewissen Erwartungshorizont haben, der teilweise auf Vorurteilen beruhen mag, aber sich auch teilweise bei der vorausgehenden Recherche zeigte. Diese Vorüberlegungen enthalten mögliche Antworten auf die Fragen, an denen sich die Unterschiede der einzelnen ,,Protoypen`` festmachen lassen, können sich aber jederzeit auch als falsch herausstellen. Das würde eine weitere inhaltliche Recherche erfordern und, möglicherweise vor Ort, eine Änderung des Konzepts. Ausgehend von diesen Erwartungen sucht das Drehteam, der Autor mit dem Kamerateam, gezielt Orte auf, wo sie diesen ,,Prototypen`` vermutet. Das könnte im Falle a) des sportlichen Jugendlichen z.B. ein Basketballplatz oder ein Geschäft, in dem diese Art von Outfit verkauft wird, sein, im Falle b) des Skaters könnte es sich dabei um eine Skateanlage oder einen HipHop-Jam handeln...

Zwischen den einzelnen Interviews könnten im fertigen Fernsehbeitrag kurze Einspieler auftauchen, in denen jeweils ein bestimmtes, zu dem Interview und dem ,,Prototypen`` passendes Thema angesprochen wird. Das könnten einerseits Bilder eines Stars, der für den Jugendlichen Vorbildfunktion hat, sein, andererseits eine Bemerkung über ein Thema über bestimmte gruppenspezifische Phänomene, z.B. Drogenkonsum, sein. Diese Einspieler dienen zur Vertiefung, Kommentierung und Illustration des Interviews.

Ein möglicher Ein- und Ausstieg für einen Beitrag dieser Art könnten viele verschiedene Bilder von Jugendlichen mit ganz unterschiedlichen Stilen sein. Anfangs würde dazu das Thema des Beitrags genannt werden, möglicherweise zusammen mit einer einleitenden Bemerkung, während am Ende des Beitrags eine Art Fazit gezogen werden könnte, dass das wichtigste Ergebnis des Beitrags zusammenfaßt.

Kurz vor der Mittagspause bekamen wir Besuch von dem Regisseur Tommy Wiegand, der im Internat war, um es als Location für seinen nächsten Film zu besichtigen. Er wird eine Neuverfilmung des Fliegenden Klassenzimmers drehen. Er erzählte uns, dass Idee und Drehbuch schon stehen, aber er noch nach einem geeigneten Drehort sucht, der seinen Vorstellungen nahe kommt. Er beantwortete uns einige Fragen, u.a. nach seiner Berufslaufbahn. Wir erfuhren, dass er verschiedene Wege eingeschlagen hatte, bis er schließlich zu Regie kam. So konnte er einige Erfahrungen sammeln.

Schließlich sprach er noch seine Arbeitsweise an, wir lernen etwas über das Zusammenspiel von u.a. Produzenten und Regisseur, über Visionen und Enttäuschungen und das Leben für den Film.


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