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Walter Benjamin - Kunstwerk im Zeitalter seiner
technischen Reproduzierbarkeit

Robert Kluth

Zur Person Walter Benjamin

Walter Benjamin geboren am 15. Juli 1892 in Berlin, nahm sich am 27. September 1940 auf der Flucht vor der Gestapo an der spanischen Grenze das Leben. Er war Essayist, Literaturkritiker sowie Kultursoziologe, als der er hier in Erscheinung tritt. Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit' ist eines seiner Hauptwerke.

Das Buch

a)
Gliederung des Buches
Das Buch gliedert sich in 4 Teile, die sich wiederum in Einzelthemen unterteilen lassen.
1.
Einleitung in das Problemfeld (Kapitel I - VIII)
2.
Film - Theater (Kapitel VIII - X)
3.
Film - Malerei (Kapitel XI - XIV)
4.
Fazit; These (Kapitel XV)
b)
Inhalt und Thesen
1.
Einleitung
Am Anfang des Buches steht eine kurze Einleitung, es wird das Problem beschrieben welches das Buch behandelt: Im Mittelpunkt steht das Kunstwerk, es war schon immer ein reproduzierbares, nur tritt durch die technische Neuerung ein Problem auf. Das früher reproduzierte Kunstwerk (Abguss einer Statue, das Abmalen eines Bildes etc.) galt als Fälschung. Die heutigen reproduzierten Kunstwerke (Lithographie, Photographie, Film) werden zur Kunst. Dieser Wandel berührt das Kunstwerk in seinem Innersten, in seiner, wie Benjamin es nennt ,Aura'. Das alte Kunstwerk war durch sein Hier und Jetzt bestimmt, d.h. es war echt durch seine Bindung an einen Ort, besonders durch seine Einmaligkeit. All dies machte seine Aura aus. Das technisch reproduzierbare Kunstwerk ist ,nicht echt', es hat keinen festen Ort und durch die nicht gegebene Einmaligkeit verliert es auch die anderen Faktoren der Echtheit. Die Aura wird entwertet. Die Kunst befindet sich auf Grund der technischen Neuerungen in einem radikalen Umbruch. Der zweite Aspekt für die Ursache dieses Umbruches ist nach Benjamin der der neuen Sinneswahrnehmung. Die Sinneswahrnehmung verändert sich im Laufe großer geschichtlicher Zeiträume. Die gesellschaftlichen Bedingungen sind
  • das Verlangen sich Dingen näher zu bringen (Photographie),
  • die Überwindung von Einmaligem (Zeitungen, Wochenschau, Massenmedien).
Durch diese beiden Faktoren wird der Umbruch bedingt und führt zur ,,Zertrümmerung der Aura``. Der Sinn für das Gleichartige wächst dahin, dass der Sinn für das Einmalige schrumpft. Die Kunst richtet sich nach der Masse. Diese beiden Faktoren, der technische Fortschritt und der gesellschaftliche Umbruch führen zur Zerstörung der Aura am neuen Kunstwerk. Wobei man sagen müsste, die gesellschaftliche Bedingung ist Grundlage für die Entstehung der Technik, oder auch die Entstehung der Technik fördert die gesellschaftliche Bedingung. Wenn aber nun die Aura ein Indiz für ein Kunstwerk in früherer Zeit war, was ist dann heute ein Kunstwerk? Hier stellt Benjamin die verschiedene Fundierung von Kunstwerk heute und früher heraus. Das Kunstwerk früher fand seine Legitimation in dem kultischen Gebrauch, es diente der Religion (Marienstatuen, Ikonen, Felsmalereien etc.). Das heutige Kunstwerk ist auf Reproduktion angelegt, es hat eine neue Funktion, es ist Kunst um der Kunst willen. Somit wandelt sich die spezielle Funktion, es bildet nun der Austellungswert den Wert eines Kunstwerkes. Und durch den fehlenden Kultwert wird die Rezeption des Kunstkonsumenten gefordert. Die Interpretation wird verlangt. Auch werden weitere Funktionen, nach Benjamin, später in den Vordergrund treten, welche wir heute noch nicht sehen, und die Kunst wird in den Hintergrund treten.
2.
Film - Theater
Warum ist Film jetzt Kunst? Benjamin führt das Beispiel des Theaters an. Der Filmschauspieler spielt im Gegensatz zum Theaterschauspieler für eine Apparatur, durch den mittelbaren Kontakt nimmt der Zuschauer Stellung zu seinem Spiel. Er rezetiert, dies ist keine Haltung der Kultwerte ausgesetzt werden können (Ikonen fordern Anbetung und keine kritische Rezeption). Durch die fehlende Aura wird der Schauspieler eine Art Requisit, nach Benjamin kann sich der Schauspieler auch oft nicht in die Rolle hineinversetzen, durch den fehlenden Durchlauf und die unzusammenhängend gedrehten Szenen.
3.
Film - Malerei
Im Gegensatz zur Malerei kann die Kamera tiefer in die Wirklichkeit eindringen, die Details besser erkennen. Auch kann hier eine Kollektivrezeption stattfinden. Durch neue technische Mittel (Zeitlupe, Detailaufnahmen) können neue wissenschaftliche Erkenntnisse errungen werden.
4.
Fazit, These
Das Fazit besagt, dass es in Zukunft ein neues Verhältnis der Masse zur Kunst geben wird, es steht bei der Rezeption nicht mehr die Sammlung im Vordergrund, sondern die Zerstreuung.

Der Bezug zum Kunstwerk Video

Hier ergeben sich nach Benjamin drei wesentliche Fragen.

1)
Schaffung des Videos der Kunst wegen?
2)
Bietet das Musikvideo die Kunst für die Masse, da sie die neue Rezeption, die Zerstreuung bieten? Warum gibt es dann noch das ,anspruchsvolle' und das ,anspruchslose' Video?
3)
Wie kann der Zuschauer ein Video kritisch rezepieren, wenn es doch für den schnellen Konsum gemacht ist, also das Nachdenken nicht fordert?

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