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Körper-Rede-Geist - Ein kurzer Überblick über den Kurs

Mariana Svobodova, Lea Stötzel

Zu Beginn unserer Arbeit haben wir uns mit dem Thema des Kurses auseinandergesetzt. Dabei entstand folgendes Schema:

Wir haben festgestellt, dass es zwischen den einzelnen Komponenten wechselseitige Abhängigkeiten (Interdependenzen) gibt. Um die Erforschung dieser Interdependenzen ging es uns. Dabei bedienten wir uns der Mittel Yoga/Autogenes Training, Improvisationstheater/Provokativer Stil und der Theorien von Ken Wilber und Don Beck.

Unser Tagesablauf war wie folgt gegliedert:

09.00 Uhr - 10.00 Uhr: Yoga oder AT
10.00 Uhr - 12.00 Uhr: Theorie
16.30 Uhr - 18.30 Uhr: Impro und/oder ProSt

Yoga/Autogenes Training (AT)

Mit Yoga und AT haben wir versucht, die Verbindung zwischen Körper und Geist herzustellen. Bei beiden Praktiken geht es darum, sich zu entspannen, auf sich selbst zu konzentrieren (inneres Gewahrsein) und eine positive Einstellung zu seinem Bewusstsein und Körper zu bekommen.

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\epsfig{file=kurs751Fig1.eps, width=6cm, angle=2...
...{\small Abb. 1: Schema K\uml {o}rper - Rede - Geist}
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Der Unterschied zwischen Yoga und AT besteht darin, dass man beim Yoga durch das Lösen von körperlichen Spannungen auch innere (geistige) Blockaden überwindet. Das AT hingegen setzt bei der geistigen Konzentration an, die dann sowohl auf den Geist, als auch auf den Körper positive Auswirkungen hat.

Wir haben mit leichten Übungen begonnen und diese im Verlauf des Kurses Schritt für Schritt erweitert. Beim AT haben wir schließlich die Grundstufe mit den dazugehörigen Formeln erreicht. Im Yoga fanden wir heraus, dass jeder Körper unterschiedlich ist und dass jeder in sich hineinhören muss, um die Übungen auswählen zu können, die für ihn am besten geeignet sind.

Theorie

Unsere Theorie hat mit einem einfachen Gedankenspiel (Ping Pong) begonnen. Es ging darum Gegensatzpaare zu bilden (z.B.: schwarz - weiß; heiß - kalt) und diese den Polaritäten zuzuordnen. Dann haben wir dieses Prinzip auf unser Thema übertragen, d.h. den Begriffen ,,Bewusstsein`` und ,,Körper`` Gegensatzpaare zugeordnet. Bei diesem Versuch haben wir festgestellt, dass allein diese Unterscheidung nicht ausreicht. So fügten wir die Unterscheidungsebenen Individuell und Kollektiv zusätzlich ein und kamen zum Vier-Quadranten-Schema, das einen wichtigen Baustein in der Theorie Ken Wilbers darstellt.

  Innen Außen
Individuell Bewusstsein Körper
Kollektiv Kultur
Kommunikation
Gesellschaft
Abb. 2: Vier-Quadranten-Schema

Auf diesem einfachen Modell haben wir dann aufgebaut. (siehe spätere Graphik)

Im weiteren Verlauf der Theoriearbeit kamen wir zu einem Modell von Don Beck, das auf Forschungen von Clare Graves beruht: Spiral Dynamics. In diesem zukunftsoffenen Evolutionsmodell wird die psycho-soziale Entwicklung der Gesellschaft allgemein (vom Beginn der Menschheit bis zur Gegenwart, mit Ausblick auf die Zukunft), sowie die Entwicklung des Individuums dargestellt. Jede Entwicklungsstufe ist durch eine bestimmte Farbe gekennzeichnet. In der Evolution bauen diese Entwicklungsstufen aufeinander auf, d.h. die alten bleiben erhalten und werden durch neue Aspekte erweitert. Dieses Prinzip des Aufeinanderaufbauens nennt man Holarchie, im Unterschied zur Dominanzhierachie. Ein Holon ist ein Ganzes, welches seine Teile integriert, aber seinerseits Teil eines weiteren Ganzen - des nächsten Holons - ist.

Die ,,Entwicklungsstufen`` in diesem Modell werden WertMeme genannt. Ein Mem ist eine kleinste kulturelle Einheit, es entspricht dem Gen in der Biologie. Beispiele sind: Sprache, Sport, Politik, Architektur, Mode, Musik, Religion, Philosophie usw. WertMeme sind organisierende Prinzipien, die diese einzelnen Meme anordnen und zu Weltanschauungen zusammenschließen. Dabei wirken sie wie ein Magnet: sie ziehen bestimmte Meme an und stoßen andere ab. Jedem Mem ist eine Farbe zugeordnet. In unserer Arbeit haben wir diese WertMeme der Reihe nach näher analysiert.

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\epsfig{file=kurs751Fig2.eps, width=14cm}
{\small Abb. 3: Spiral Dynamics}
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Abb. 3: Spiral Dynamics

Improvisationstheater/Provokativer Stil

Begonnen haben wir damit die Grundlagen des Impro festzulegen: ,,Mut zum Scheitern``, ,,spontane Reaktionen``, ,,Eingehen auf die Ideen des Anderen``, ,,offensichtliche Handlung (nicht originell sein wollen)``, ,,alle Seiten zeigen, auch die schwachen``. Durch einfache Impro-Übungen und Spiele, die die Kommunikation untereinander fördern sollten, sind wir zum sogenannten Provokativen Stil gekommen.

Der Provokative Stil ist eine Kommunikationstechnik, die auch in der Psychotherapie angewandt wird. Der Unterschied zu klientenzentrierten Therapieformen besteht darin, dass beim ProSt nicht mehr der Patient einen Monolog führt und der Therapeut ihm dann eine Lösung anbietet, sondern es gibt einen lebhaften, humorvollen und provokativen Dialog zwischen Betroffenem und Coach. Durch non- verbale Kommunikation führt der Coach den Betroffenen bzw. folgt ihm wohin er will und lässt den Betroffenen die Lösung zu seinem Problem selbst finden.

Kommunikation hat mehrere Bestandteile. Beim ProSt spielt nicht der Inhalt der übermittelten Botschaft, sondern vor allem die innere Haltung des Senders dieser Botschaft eine zentrale Rolle. Dabei ist auf die immense Bedeutung der menschenfreundlichen Grundhaltung im ProSt hinzuweisen (guter Draht zwischen Betroffenem und Coach). Zentrale Punkte beim ProSt sind darüber hinaus Humor und Provokation: Der Betroffene soll sich seines Problems bewusst werden und einen Abstand dazu bekommen, indem er darüber lacht.

Beim ProSt existieren keine fixen Regeln. Die folgenden Punkte sollten jedoch beachtet werden:

1.
Anerkennung der Würde des Menschen
2.
Fairness und Aufrichtigkeit
3.
Pflicht zur eigenen Weiterentwicklung

Auch dazu haben wir aufeinander aufbauende Übungen gemacht.

Die weitere Aufgabe des Kurses bestand nun darin, diese drei Bestandteile unserer Kursarbeit miteinander zu verknüpfen. Anhand der Selbstbeobachtung war jeder Kursteilnehmer in der Lage zu erfahren, auf welche Art und Weise ihn die praktischen Übungen in der Auseinandersetzung mit der Theorie unterstützen. Dabei stand das gesteigerte Integrations- und Reflexionsvermögen im Mittelpunkt.


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