In unserem Kurs ging es um die Wechselwirkungen und Entwicklungslinien von Körper, Rede und Geist. Das heisst, wissenschaftlicher ausgedrückt, wir haben uns mit den Interdependenzen zwischen physischem, psychischem und kommunikativem System befasst und die Gesetzmässigkeiten der Transformationsprozesse in ihrer Ko-Evolution betrachtet.
Diesen Themen haben wir uns von drei verschiedenen Seiten angenähert: Zum einen haben wir uns mit theoretischen Entwicklungsmodellen von Ken Wilber und Don Beck, dann aber auch von Niklas Luhmann, Fritz B. Simon, Fritz Perls und Daniel Goleman befasst, welche den aktuellen Forschungsstand übersichtlich zusammenfassen. Eine andere, experimentellere Herangehensweise boten Yoga und Autogenes Training, mit welchen Praktiken eigenes, erfahrungsorientiertes Erkunden der Körper-Bewusstseins-Zusammenhänge möglich wurde. Kommunikations- und Interaktionsübungen aus den Bereichen Improvisationstheater und Provokativer Stil boten darüberhinaus eine Verknüpfung zwischen theoretischen Ansätzen und spielerischem Erkunden verschiedener sozialer und emotionaler Verhaltensweisen.
Mehrere Gründe sprachen für diese Methodenvielfalt. Die Diskrepanzen zwischen dem kognitiv-abstrakten Vorgehen theoretischer Texte und den emotional-sozialen Realitäten der gemeinten Erfahrungsbereiche wurden erfahrbar. Das setzte Reflektionsprozesse in Gang, die zwischen Theorie und Praxis erfahrbare und sprachlich fassbare Verbindungen knüpften. Zudem ist es für konzentrierte und kreative Theoriearbeit durchaus hilfreich, wenn einem elementare Techniken der Entspannung, des Energetisierens und der spielerischen Konzentration zur Verfügung stehen. Und schliesslich beruht ein wichtiger Teil der Forschung im Bereich der Ko-Evolution von Körper, Rede und Geist auf introspektiven Daten, deren Anerkennung allerdings eine Neuformulierung des klassischen Wissenschaftsverständnisses erfordert (Stichwort: Objektivität). Um saubere introspektive Daten erheben zu können, ist ein Training in den elementaren Techniken der Selbstbeobachtung des Bewusstseins unabdingbar. Auch deshalb haben wir in diesem Kurs den Versuch unternommen, uns parallel sowohl mit den theoretischen Modellen, welche den aktuellen Forschungsstand veranschaulichen, bekannt zu machen, wie auch eine erste Vertrautheit mit den experimentellen Methoden, die zur Erhebung der zugrundeliegenden introspektiven Daten nötig sind, zu erzielen. Ferner dienten die Selbsterfahrungsübungen dazu, einen schnellen Alltagstransfer zu ermöglichen.
Eine wichtige Rolle spielten schliesslich auch der Slogan ,Mut zum Scheitern' und - last but not least - ein gelbes Quietsche-Entchen...