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Aus der Kursbeschreibung

Caroline Bigge, Simone Siemes

Nicht nur unsere Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer, sondern schon in einer frühen Phase der Geschichte begannen Menschen, ihre Umgebung und sich selbst (!) mit Farben zu gestalten und zu verschönern! Älteste Zeugnisse für Farbstoffe sind die Höhlenmalereien. Farbige Kleidung, die für uns heute selbstverständlich ist, war lange Zeit ein Privileg weniger Reicher, die sich einen solchen Luxus leisten konnten.

Warum viele Naturstoffe farbig sind, wodurch ein farbiger Stoff zu einem Farbstoff wird und wie sich Farbstoffe unterschiedlicher Farbigkeit herstellen lassen, sind Fragen, die die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vertiefend in die Thematik des Kurses eingeführt haben. Gemeinsam wurden in diesem Zusammenhang Charakteristika und Gesetzmäßigkeiten des aromatischen Systems nicht nur theoretisch, sondern vor allem auch experimentell behandelt.

Hückel-Regel, mesomere Grenzstrukturen und Mesomerieenergien wurden zur Erläuterung des Auftretens von Farbigkeit als auch des Reaktionsverhaltens immer wieder herangezogen. Dabei bildete der Mechanismus der elektrophilen Erst- und Zweitsubstitution die Grundlage für das Verständnis möglicher Synthesewege. Mit unterschiedlichen, zum Teil selbst hergestellten Farbstoffen, deren Reinheit dünnschichtchromatographisch mit gekauften, also reinen Farbstoffen verglichen wurde, wurden verschiedene Fasern gefärbt, wobei die unterschiedlichen Färbeverfahren und Farbstoffgruppen im Vordergrund standen.

Angewendet wurde das ganze neu erworbene Wissen dann in einer nahezu zur Vollendung gebrachten, auf jeden Fall aber farbenfrohen Gestaltung von Kurs-T-Shirts!

Das breite Spektrum dieses Kurses wird aber auch daran deutlich, dass Farbstoffe nicht nur im Textilbereich eine Rolle spielen, sondern auch aus der Lebensmittelchemie nicht mehr wegzudenken sind. Viele Lebensmittel verändern bei der Lagerung, der Zubereitung oder bei der Konservierung ihre Farbe und werden unansehnlich. Man färbt daher manche Lebensmittel an, um ihnen ein appetitliches Aussehen zu verleihen. Anhand von Extraktionen und anschließenden dünnschichtchromatographischen Untersuchungen wurde erforscht, welche Farbstoffe in welcher Schokolinsen- und Gummibärchenfarbe vorhanden sind, woraufhin sich eine Diskussion hinsichtlich der Unbedenklichkeit solcher Zusatzstoffe in Lebensmitteln ergab.

Der didaktisch-methodische Schwerpunkt dieses Kurses lag deutlich auf einem projektartigen Vorgehen. Durch die Projektmethode war es nicht nur möglich, die Verwendung verschiedenster Medien zu integrieren und Präsentationsfähigkeiten zu fördern, sondern die Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer konnten selbstständig und experimentierfreudig arbeiten - was sie im wahrsten Sinne des Wortes ,,pausenlos`` taten!


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