Um sich bei der Projektarbeit problemlos miteinander verständigen zu können, haben wir folgende Notation vereinbart. Wir denken uns den Würfel auf der Hand vor uns liegend und bezeichnen die Ansichten des Würfels mit
Unter einem Elementarzug verstehen wir im Folgenden eine Drehung der
entsprechenden Scheibe im Uhrzeigersinn um
. Sie werden in
Anlehnung an die Ansichten mit
,
,
,
,
,
bezeichnet. Beim
- bzw.
-Würfel werden für
die zweiten Scheiben analog folgende Abkürzungen festgelegt:
,
,
,
,
,
. Die Mittelscheiben werden je nach
Ansicht
,
,
,
,
,
benannt.
Diese Bezeichnungen wurden auch in einem Simulationsprogramm (dankenswerterweise von Werner Knoben programmiert) verwendet. Diesem Programm werden unsere Nerven ewig dankbar sein, denn mit einem einfachen Befehl konnten die Würfel problemlos in den Ausgangszustand, an dem man die erarbeiteten Züge besser erkennen kann, gebracht werden.
Wir weichen im Folgenden von der zuvor getroffenen Konvention ab und führen die Zugfolgen von links nach rechts durch, also beispielsweise in
führen wir zuerst den Elementarzug
und dann
durch.
Sonntag Nachmittag. Die Gruppenarbeit beginnt. Wir sind die
,,Eckgruppe`` des
-Würfels. Nach Erhalt unserer
Aufgabenstellung sind wir erstmal erleichtert, weil es ziemlich
einfach aussieht. Gut, fangen wir an! Das Computerprogramm ist
eigentlich recht leicht zu verstehen. Jetzt gilt es nur noch
auszuprobieren!
Nach einigem erfolglosem Herumdrehen kommen wir endlich auf die Idee, etwas unserer erlernten mathematischen Kenntnisse anzuwenden, den Kommutator. Diese Zugfolge ist hilfreich, da sie nur vier Ecken vertauscht und den Rest unverändert lässt. Unsere Aufgabe 1 ist jedoch, nur drei Ecken zu vertauschen. Schade!
Bis Sonntag Abend haben wir also noch kein Ergebnis. Am nächsten Tag
setzen wir uns voller Elan vor den Computer und probieren weiter aus.
Nur nicht die Geduld verlieren! Am Dienstag Morgen kommt uns endlich
die Erleuchtung: Die Zugfolge
bewirkt die Vertauschung dreier
Eckkubies mit gleichzeitiger Änderung der Orientierung zweier
Eckkubies.
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Die zweite Aufgabe stellte uns vor das Problem, drei Eckkubies zu
vertauschen, ohne ihre Orientierung zu ändern (Zugfolge
). Zur Lösung dieses Problems verwendeten wir die Zugfolge
aus Aufgabe 1 und eine weitere Zugfolge
.
In Problem 3 sollten wir nur die Orientierung zweier Eckkubies
realisieren (Zugfolge
). Dies lösten wir mit Hilfe der Zugfolge
:
In Problem 4 sollten wir Problem 3 mit weniger als 33 Elementarzügen
lösen. Doch mit Erstaunen stellten wir fest, dass wir diese Aufgabe
bereits mit
gelöst hatten.
Eine weitere Aufgabe war, einen Algorithmus zu entwickeln, der mit Hilfe der Zugfolge 1 und einem weiteren Zug alle Eckkubies in ihr korrektes Kubizil bringt, (wobei wir davon ausgehen, dass der Würfel lösbar ist):
Durch Durchführung der Zugfolge
auf den seitlichen Ebenen
bringt man alle Kubies in die Ebene, wo sich ihr korrektes Kubizil
befindet. Man betrachtet nun die obere Ebene. Sind alle vier
Eckkubies falsch, führt man
einmal, bzw. maximal zweimal durch,
so dass ein Eckkubie richtig ist. Anschließend führt man mit den
anderen drei Eckkubies die Zugfolge
nochmals einmal, bzw.
zweimal durch, sodass auch diese ihr richtiges Kubizil einnehmen. Ist
zu Beginn bereits ein Eckkubie richtig, wendet man gleich die Zugfolge
auf die anderen drei Eckkubies ein- bzw. zweimal an. Mit der
unteren Ebene verfährt man ebenso.
Die folgende Aufgabe geht davon aus, dass alle Kantenkubies in ihren
richtigen Positionen sind und diese nicht verändert werden dürfen.
Ist es immer möglich, mit Hilfe der Zugfolge
alle Eckkubies in
ihre korrekten Kubizile zu bringen?
Man fasst die Ausgangsposition des Würfels als Permutation der
Eckkubies zu ihren Kubizilen auf (die Kantenkubies seien bereits in
ihren richtigen Kubizilen). Ist diese Permutation gerade (Signum ist
), ist der Würfel lösbar. Ist die Permutation ungerade (Signum
ist
), ist der Würfel nicht lösbar. Die Zugfolge
ist ein
-Zykel, also ist das Signum
. Verknüpft man mehrere
-Zykeln, so erhält man wieder eine Permutation mit Signum
.
Also kann man den Würfel lösen, wenn die Ausgangspermutation gerade
ist.
In der letzten Aufgabe sollten wir ein Kriterium entwickeln, nach
welchem man entscheiden kann, ob man alle Eckkubies mit Hilfe von
richtig orientieren kann, wobei die Eckkubies sich bereits in
ihrem richtigen Kubizil befinden und die Kantenkubies nicht verändert
werden dürfen.
Sei
die Summe aller Rechtsdrehungen, die benötigt wird, um alle
Eckkubies in ihre richtige Orientierung zu bringen. Bei einem Zug
führt man genau eine Rechtsdrehung eines Eckkubies und eine
Linksdrehung eines Eckkubies aus. Da eine Linksdrehung zwei
Rechtsdrehungen entspricht, führt man bei jedem Zug drei
Rechtsdrehungen durch. Jeder Zug ändert die Orientierung immer nur
um ein Vielfaches von drei. Also kann man nur dann alle Kubies
richtig orientieren, wenn
ein Vielfaches von drei ist,
denn die Orientierung aller Eckkubies ist nur bei
richtig.
Im Folgenden gehen wir davon aus, dass die Kantenkubies im richtigen Kubizil und richtig orientiert sind. Nun muss noch gezeigt werden, dass der Würfel immer lösbar ist, wenn das Kriterium 2 erfüllt ist.
Schritt 1: Ecke 8 wird mit Hilfe von Ecke 7 richtig
orientiert.
Schritt 2: Ecke 7 wird mit Hilfe von Ecke 6 richtig
orientiert.
Schritt 3: Ecke 4 und 5 werden mit Hilfe von Ecke
1 richtig orientiert.
Schritt 4: Ecke 3 und 6 werden mit Hilfe von Ecke 2 richtig
orientiert.
Nun stimmen alle Ecken bis auf die Ecken 1 und 2. Bei ihnen gilt nach
Kriterium 2, dass die Summe der benötigten Rechtsdrehungen
0 oder
ist (höhere Zahlen kommen bei zwei falsch orientierten Ecken
nicht vor).
Fall 1: Ecke 1 und Ecke 2 sind richtig orientiert.
Fall 2:
Ecke 1 braucht eine Rechtsdrehung und Ecke 2
braucht zwei Rechtsdrehungen. Führt man
zweimal durch, so sind
beide Ecken richtig orientiert.
Fall 3:
Ecke 1 braucht zwei Rechtsdrehungen und Ecke 2
braucht eine Rechtsdrehung. Führt man
einmal durch, so sind
beide Ecken richtig orientiert.
Also können alle Ecken richtig orientiert werden, wenn Kriterium 2 erfüllt ist.
In der nächsten Aufgabe sollten wir zeigen, dass Kriterium 2 auch
für die Zugfolgen
und
gilt. Bei
erfolgt gar keine
Orientierungsänderung, deshalb erfüllt diese Zugfolge das
Kriterium. Bei der Zugfolge
ändert sich bei einem Eckkubie die
Orientierung um eine Drehung nach rechts, beim zweiten Eckkubie um zwei
Drehungen nach rechts und beim 3. Eckkubie ändert sich die
Orientierung überhaupt nicht. Also ist die
Gesamtorientierungsänderung ,,drei`` und die Zugfolge entspricht somit
Kriterium 2.
In diesem Abschnitt wollen wir näher auf die Kantenkubies des
-Rubik-Würfels eingehen. Ziel soll es sein, Kriterien für die
Lösbarkeit des Würfels aufzustellen sowie geeignete
Lösungsalgorithmen vorzustellen.
Im folgenden werden wir dazu zunächst zwei wichtige Zugfolgen definieren, die für das weitere Vorgehen essentiell sind. Im Anschluss daran werden wir anhand dieser Zugfolgen Schlüsse auf die Lösbarkeit ziehen.
Wie im vorigen Abschnitt bereits angedeutet, definieren wir nun zwei
wichtige Zugfolgen, mit denen im weiteren Verlauf gearbeitet wird.
Durch die Zugfolge
erreichen wir das Vertauschen dreier
Kantenkubies, wobei sich bei zwei Kubies gleichzeitig die Orientierung
ändert.
Die Zugfolge
bewirkt die Orientierungsänderung zweier
Kantenkubies. Dabei verharren alle Kubies in ihrem Kubizil.
Wir wollen nun darstellen, wann man bei einem durchmischten
Würfel (unter einem durchmischten Würfel verstehen wir hier
alle möglichen Permutationen, wobei diese nicht immer durch Zugfolgen
erreicht werden müssen) die Kantenkubies mit Hilfe der Zugfolge
in
ihr richtiges Kubizil bringen kann, ohne die Eckkubies zu verändern.
Die Orientierung der Kantenkubies lassen wir dabei außer Acht. Wir
unterscheiden zwei Fälle: Es gibt a) eine gerade, b) eine ungerade
Anzahl von Transpositionen (
-Zykeln).
Da die Zugfolge
ein
-Zykel ist, somit also eine gerade
Permutation, folgt: Die Kantenkubies in einem durchmischten Würfel
lassen sich durch die Zugfolge
nur bei einer geraden
Anzahl von Transpositionen in ihr richtiges Kubizil bringen, wenn die
Eckkubies nicht verändert werden sollen (gerades Signum der
Permutation). Darf man aber die Eckkubies verändern, so kann man
durch Einfügen eines Elementarzuges auch ungerade Permutationen
lösen, denn durch den Elementarzug führen wir einen
-Zykel, den
man wiederum durch drei Transpositionen darstellen kann, durch. Zwei
ungerade Anzahlen von Transpositionen ergeben durch
Hintereinanderführung eine gerade Anzahl.
Folgender Algorithmus zeigt, wie man alle Kantenkubies mit Hilfe der
Zugfolge
an die richtige Stelle bringen kann. Man betrachtet
zuerst die Oberseite des Würfels und kontrolliert, ob die
Kantenkubies, die in diese Ebene gehören, schon vorhanden sind. Wenn
dies nicht der Fall ist, lassen sich durch Anwendung der Zugfolge
auf die Seiten die falsch platzierten Kantenkubies mit den
richtigen austauschen. Gegebenenfalls muss man dies durch
Elementarzüge der oberen und unteren Scheibe unterstützen. Man kann
nun mit der Zugfolge
auf der oberen Ebene die Kantenkubies noch
an ihren richtigen Ort tauschen. Mit dem selben Verfahren kann man die
untere Ebene vervollständigen (der Würfel sollte dabei gewendet
werden). Da immer nur drei Kantenkubies vertauscht werden, bringt man
die schon fertige Ebene nicht mehr durcheinander. Man muss jedoch
darauf achten, dass nun auch schon die Kantenkubies der Seite in die
farblich richtige Reihenfolge gebracht werden.
Im folgenden wollen wir zeigen, wann die in ihrem richtigen Kubizil
befindlichem Kantenkubies mit Hilfe der Zugfolge
richtig orientiert
werden können.
Wir unterscheiden zwei Fälle: Es gibt a) eine gerade, b) eine ungerade Anzahl an falsch orientierten Kantenkubies.
Beim ersten Fall müssen wir zeigen, dass sich zwei beliebige falsch orientierte Kantenkubies richtig orientieren lassen. Sind beide benachbart, so ist der Nachweis trivial.
Wie wir wissen, lässt sich mit der Zugfolge
die Orientierung
zweier benachbarter Kantenkubies ändern. Sind nun zwei nicht
benachbarte Kantenkubies falsch orientiert, so kann man durch
mehrfaches Anwenden der Zugfolge
auch diese wieder richtig
orientieren. Eines der beiden Kubies wird richtig orientiert. Dadurch
bekommt ein anderes automatisch eine falsche Orientierung. Dies lässt
sich fortführen, bis die zwei falsch orientierten Kubies benachbart
sind. Ein letztes Durchführen der Zugfolge
bringt nun diese beiden
Kantenkubies in ihre richtige Orientierung. Sind vier, sechs, oder
mehr gerade Kantenkubies falsch orientiert, kann man dieses Prinzip
ohne weiteres übertragen.
Im zweiten Fall müssen wir nur den Fall eines falsch orientierten Kantenkubies betrachten. Ein einzelnes Kantenkubie können wir aber durch Z2 nie richtig orientieren, da immer ein schon richtig orientierter Kantenkubie wieder verdreht wird und wir nach dem Zug wieder genau einen falsch orientierten Kantenkubie haben. Somit lassen sich eine ungerade Anzahl von falsch orientierten Kantenkubies nie richtig drehen.
Somit lässt sich folgendes Lösungskriterium formulieren:
Wenn man von einer richtigen Platzierung aller Kubies und zusätzlich von der richtigen Orientierung der Eckkubies ausgeht, ist der Würfel genau dann lösbar, wenn eine gerade Anzahl von falsch orientierten Kantenkubies vorliegt.
Beweis:
In eine Richtung haben wir das Kriterium soeben bewiesen. Nun ist noch folgende Richtung zu zeigen: Wenn der Würfel lösbar ist, ist eine gerade Anzahl von Würfeln falsch orientiert.
Betrachtet man einen Würfel von oben, so lassen sich die
Farborientierungen der Kantenkubies folgendermaßen beschreiben: Man
betrachtet die Farborientierung auf den von oben gesehenen
Mittelebenen im Uhrzeigersinn. Dadurch hat jedes Kantenkubie eine
bestimmte Orientierung der Farben. Dreht man nun die obere Scheibe
einmal, so ändert sich bei zweien diese Orientierung. Somit ändert
sich bei jedem Elementarzug immer die Orientierung von zwei
Kantenkubies. Werden verschiedene Elementarzüge hintereinander
ausgeführt, erhält man in jedem Fall eine gerade Anzahl an anders
orientierten Kantenkubies. Da der Würfel lösbar ist, muss er durch
Hintereinanderausführung von Elementarzügen in den Ausgangszustand
zurückzuführen sein. Im Ausgangszustand haben alle Kantenkubies
(also eine gerade Anzahl) die richtige Orientierung. Da man bei
jeder Hintereinanderausführung von Elementarzügen eine gerade
Anzahl von Kantenkubies anders orientiert, darf bei jeder lösbaren
Permutation nur eine gerade Anzahl von Kantenkubies falsch
orientiert sein. Somit ist also das Kriterium in beide Richtungen
gültig.
Für die weiteren Aufgaben haben wir uns in den beiden Projektgruppen
zum
-Würfel zusammengesetzt und einen Zusammenhang
zwischen den Kanten- und den Eckkubies gefunden und als
Lösungskriterium formuliert.
Beweis:
Eine Richtung des Satzes haben wir schon gezeigt. Sind beide Signa
gleich 1, können wir einfach die Plazierungszüge wie beschrieben
anwenden; sind beide Signa gleich
können wir einen
Elementarzug (Drehung einer Scheibe um
) durchführen, so dass beide Signa gleich 1 werden.
Nun ist noch folgende Richtung zu beweisen: Wenn der Würfel lösbar
ist, sind die Signa der vorliegenden Permutationen der Kanten- und
Eckkubies gleich. Eine lösbare Permutation muss durch
Hintereinanderausführung von Elementarzügen in den Ausgangszustand
zurückzuführen sein. Bei jedem Elementarzug werden sowohl bei den
Eck- als auch bei den Kantenkubies drei Transpositionen ausgeführt.
Also ändert sich bei jedem Zug sowohl das Signum der Eck- als auch
das Signum der Kantenkubies. (Wenn das Signum gerade war, wird es
durch drei weitere Transpositionen ungerade und wenn es ungerade
war, wird es nun gerade.) Beim gelösten Würfel sind die Signa
gleich (beide gerade). Da sich bei jedem Zug beide Signa verändert
haben, müssen auch bei der lösbaren Permutation beide Signa gleich
sein. Somit ist das Kriterium in beiden Richtungen bewiesen.
In der letzten Aufgabe solten wir herausfinden, wie viele mögliche
Positionen der
-Rubik-Würfel annehmen kann. Es gibt 12!
Möglichkeiten, die Kantenkubies auf die Kantenkubizile zu verteilen.
Die Kantenkubies können jeweils zwei verschiedene Orientierungen
annehmen. Für die ersten elf Kantenkubies gibt es also
Möglichkeiten. Der letzte Kantenkubie muss dann so liegen, dass
Satz 40 erfüllt ist. Für ihn gibt es also nur eine
mögliche Orientierung. Bei den Eckkubies gibt es für die ersten
sechs Eckkubies
Möglichkeiten. Für die beiden letzten
Eckkubies gibt es nur noch genau eine Position, da nach
Satz 41 Kanten und Ecken das gleiche Signum haben
müssen. Für jeden Eckkubie gibt es jeweils drei
Orientierungsmöglichkeiten. Also gibt es für die ersten sieben Eckkubies
genau
verschiedene Orientierungen. Der letzte Eckkubie muss dann
so orientiert sein, dass das Kriterium 2 aus
Abschnitt
erfüllt ist. Also gibt es insgesamt
Unser Ziel war es, Lösungsalgorithmen für den
-Würfel
zu entwickeln. Es folgt nun eine Beschreibung dieser zweiten
Kurshälfte, wobei wir uns hier nur mit den elementaren Problemen
beschäftigen werden.
Zunächst sollten wir Zugfolgen finden, um die Ecken zu tauschen. Dabei gab uns Olaf den gut gemeinten Ratschlag, die Zugfolgen besser durch Ausprobieren zu finden, da es auf mathematische Weise zu lange dauern würde. Wir haben dann also fleißig ausprobiert und sind auf eine Zugfolge gestoßen, die drei Ecken vertauscht, wobei gleichzeitig die Orientierung zweier Ecken mitvertauscht wird. Unser stolzes Ergebnis lautet:
Vorausgesetzt, der Würfel wurde nicht auseinandergebaut, so schafft man es mit diesem Zug, alle Ecken auf die richtige Position zu bringen. Wurde er manipuliert, so dürfen im Vergleich zum lösbaren Würfel die Ecken nur auf die oben beschriebene Variante vertauscht worden sein.
Nun haben wir die Ecken in der richtigen Position, doch verdammt noch mal, wie können wir sie in sich drehen? Nach weiterem hin- und herprobieren haben wir dann eine Zugfolge gefunden, die die Orientierung zweier Ecken ändert, wobei die eine Ecke in sich einmal und die andere zweimal gedreht wird. Unsere nächste Heldentat:
Die Lösungskriterien sind denen von Zug
sehr ähnlich. Es muss
also darauf geachtet werden, dass die Ecken immer in
-Zykeln
verdreht werden. Setzt man nun einfach beide Zugfolgen zusammen, so
schafft man es alle Ecken mit richtiger Orientierung auf die richtige
Position zu drehen. Und das geht so:
In einer Ebene liegen mindestens zwei Eckkubies mit der gleichen
Farbe. Die Orientierung spielt dabei erst einmal keine Rolle. Nun
bringt man mit Hilfe von
die restlichen zwei Eckkubies dieser
Farbe von der Seite in die Ebene. Nun wendet man abermals
an, um
zunächst einen Eckkubie dieser Ebene richtig zu positionieren und
dann die anderen drei auf ihren Platz zu bringen (wenn sie da nicht
schon sind). Dann kann man mit
diese vier Eckkubies in die
richtige Ausrichtung bringen; somit hat man schon eine Ebene gelöst.
Bei der unteren Ebene kann man dann durch Drehung
genau einen
Eckkubie in die richtige Position bringen, und die anderen drei
wiederum durch
richtig positionieren (oder sie liegen schon alle richtig). Nun kann man die untere Ebene wieder durch
in die
richtige Ausrichtung bewegen, und anschließend liegen alle acht
Eckkubies in ihrer richtigen Position und Ausrichtung.
Leider besteht so ein
-Würfel jedoch nicht nur aus Ecken,
was zur Folge hatte, dass wir noch lange nicht arbeitslos waren.
Unsere nächste Aufgabe bestand darin, die Mittelkubies miteinander zu
vertauschen.
Da die Mittelkubies ihre Orientierung nicht verändern können, reicht
uns dieser Zug schon aus, um alle auf ihre richtige Position zu
bringen. Indem man mit Hilfe der Zugfolge
zuerst die
Mittelkubies einer Farbe von der Seite hochdreht und dann so nach und
nach die sechs Seiten aufbaut, braucht man außer der Zugfolge
nur noch gegebenenfalls die Drehung der zu bearbeitenden Drehscheibe,
um die seitlichen Kubies in die richtige Ausgangsposition zu bringen.
Die voherige Projektgruppe analysierte die Vertauschung von Ecken- und
Mittelkubies des
-Würfels. Zur vollständigen Lösung
fehlen noch Zugfolgen, die einzelne Kanten vertauschen und richtig
orientieren.
Lösung: Durch Ausprobieren fanden wir einen Kommutator, der genau die gewünschte Konstellation erzeugt:
Die endgültige Zugfolge nach Kürzen des vierten und des sechsten Zuges lautet
Man wandle
mittels Konjugation in eine Zugfolge um, die drei
Kantenkubies innerhalb der Ebene
vertauscht und zwei von
diesen in ihrer Orientierung ändert.
Lösung:
Durch Konjugation von
mit
ergibt sich eine Zugfolge
die die genannten Bedingungen erfüllt.
Um die folgenden Probleme zu lösen, sind einige Sätze wichtig.
Auf jeder Kubieseite eines gelösten Würfels sei ein Pfeil, der zur Mitte der jeweiligen Würfelseite zeigt. Durch Elementarzüge lassen sich die Richtungen der Pfeile auf den Würfelseiten nicht verändern.
Trivial.
Im weiteren setzen wir voraus, dass auf die Seiten der Kubies im gelösten Zustand des Würfels Pfeile angebracht wurden, die auf die Mitte der Würfelseiten zeigen.
Sei ein Würfel beliebig zusammengesetzt und alle Kantenkubies an ihrem richtigen Kubizil. Dann ist der Würfel entweder gelöst oder er ist nicht lösbar.
Beweis:
Wir betrachten ein beliebiges Kubie.
Fall 1: Einer der beiden Pfeile zeigt nicht auf die jeweilige Mitte der Würfelseite. Da durch Elementarzüge die Richtung der Pfeile auf den Würfelseiten beibehalten und der gelöste Würfel eindeutig bestimmt ist, lässt sich der Würfel nicht in den gelösten Zustand überführen.
Fall 2:
Die Richtungen der Pfeile stimmen. Dann ist der Würfel bereits
gelöst.
Im folgenden gehen wir davon aus, dass der Würfel lösbar sei.
Gegeben sei ein vollständig durchmischter Würfel. Ist es möglich,
mit Hilfe der Zugfolge
, dessen konjugierten Zugfolgen und
maximal einem elementaren Zug, alle Kantenkubies in ihr korrektes
Kubizil und ihre korrekte Orientierung zu bringen?
Lösung:
Es ist möglich. Da es sowohl Elementarzüge mit
Signum
(Drehung der Außenscheiben) als auch mit Signum
(Drehung der Innenscheiben) gibt, kann das Signum der Permutation der
Kantenkubies entweder
oder
sein. Da aber
und alle
Konjugationen von
Signum
haben, besteht im zweiten Fall die
Notwendigkeit, die Würfelstruktur auf eine geradzahlige Permutation
zurückzuführen. Dies erreicht man durch einmaliges Ausführen eines
Elementarzugs mit Signum
, also der Drehung einer mittleren
Scheibe. Von einer Permutation mit Signum
ist es nun durch
Ausführen von
und allen Konjugationen dieser Zugfolge,
insbesondere
und der Spiegelung
von
an einer der
Mittelachsen von
möglich, alle Kubies an ihr korrektes Kubizil
zu bringen. Da wir die Orientierung unbeachtet lassen können (vgl.
Satz 45), ist es möglich, durch eine Folge von
Elementarzügen jeden Kantenkubie an jedes andere Kubizil zu
überführen; die Kantenkubies liegen also in derselben Bahn wie die
Ausgangsstellung. Da nun aber die Konjugationsklassen, also die Bahnen
der Konjugationsdarstellung, aus allen Elementen einer Zykelstruktur
bestehen, ist es möglich,
durch Konjugation in jeden anderen
-Zykel zu überführen.
Der Algorithmus lautet also folgendermaßen: Mit
überführen
wir alle acht beziehungsweise vier Kantenkubies in die entsprechende
Ebene. Dort tauschen wir jeweils 3 Kubies mittels
, so dass pro
Zug ein Kubie richtig positioniert wird. Diesen Kubie bewegen wir
nicht mehr. Wir führen innerhalb dieser Ebene solange Permutationen
aus, bis sämtliche Kubies in ihr korrektes Kubizil überführt sind.
Mit den übrigen Ebenen wird genauso verfahren. Dieser Algorithmus
bringt schließlich jedes Kantenkubie in das richtige Kubizil.
Gegeben sei ein Würfel, dessen Eckkubies alle in ihrem korrekten
Kubizil sind. Ist es immer möglich, mit Hilfe von
, dessen
konjugierten Zugfolgen und maximal einem elementaren Zug alle
Kantenkubies korrekt zu orientieren, ohne die Eckkubies zu ändern?
Lösung:
Es ist immer möglich. Bei der Lösung zu
Problem 46 werden lediglich solche
-Zykeln verwendet,
die nur Kantenkubies vertauschen und zusätzlich ein Elementarzug, der
die inneren Scheiben dreht. Da die Ecken dabei nicht vertauscht
werden, ist dieses Problem in der Lösung zu Problem 46
inbegriffen.
Gegeben sei ein Würfel, dessen Eckkubies und Mittelkubies alle in
ihrem korrekten Kubizil und ihrer korrekten Orientierung sind. Ist
es immer möglich, mit Hilfe von Zugfolge
, dessen
konjugierten Zugfolgen, maximal einem elementaren Zug und maximal
zwei anderen Zugfolgen alle Kantenkubies korrekt zu orientieren,
ohne die Eck- und Mittelkubies zu ändern?
Lösung:
Es ist immer möglich. Die Vorgehensweise ähnelt der
von Problem 46. Man muss jedoch beachten, dass bei der
Drehung einer der beiden mittleren Ebenen Mittelkubies vertauscht
werden. Daher müssen die Mittelkubies zum Schluss durch ein
mehrmaliges Ausführen des Zuges
(vgl. vorheriger Abschnitt)
geordnet werden.
Wieviel mögliche, optisch unterscheidbare Positionen kann der
-Würfel annehmen?
Lösung:
Jeder Kantenkubie kann in seinem Kubizil nur in einer
Orientierung auftreten (vgl. Satz 44) und durch
Elementarzüge an jedes andere Kubizil gebracht werden. Da der
-Würfel
Kantenkubies besitzt, gibt es
Möglichkeiten die Kantenkubies anzuordnen.
Ohne die Kantenkubies zu verändern, können die Eckkubies
Positionen und
verschiedenen mögliche Orientierungen annehmen.
Die Mittelkubies können
optisch unterscheidbare Positionen
einnehmen.
Da alle Zugfolgen Signum
haben und wir somit nur die Hälfte aller
Möglichkeiten durch Drehen erzeugen können, ergeben sich insgesamt